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Zu den Donau Flusskreuzfahrten

Flussaufwärts im Dreivierteltakt

Es ist ein Irrtum. Wer den Titel des Strauss-Walzers "An der schönen blauen Donau" nie in Frage gestellt hat, kommt jetzt ins Grübeln. Die Passagiere des Flusskreuzfahrtschiffes stehen an Deck, schauen aufs Wasser - und stellen, eine Häppchen in der Linken, ein Gläschen in der Rechten, fest, dass die Farbe des mächtigen Stromes alles andere als Blau ist.

"Vorsicht! Köpfe einziehen!" übertönt der Lautsprecher den Saxofonisten, der gerade mit Hingabe Klänge aus der "Fledermaus" intoniert. Und schon schwebt über den Reisenden die Stahlkonstruktion der Passauer Luitpoldbrücke hinweg. Na ja, so knapp war`s nicht. Aber was wäre, wenn der Flusspegel steigt

Jetzt gilt die Aufmerksamkeit wider der Wasserfarbe. Am Drei- Flüsse- Eck schmiegt sich von links die Ilz fast schwarz an die Donau und von rechts fließt lindgrün der Inn dazu. Dich von Blau kann weiter nicht die Rede sein. Auch nicht, als sich die drei Flüsse irgendwann auf ein Schlammgrün einigen. Die Donau ist nicht blau, war nie blau und wird wohl auch nie blau werden.

Gemächlich gleitet das schwimmende Hotel auf Europas- nach der Wolga - zweitlängstem Strom gen Osten. Rund 580 Flusskilometer sind es von Passau bis Budapest. Sechs Tage dauert die Flusskreuzfahrt auf der Donau hin und zurück. Genug Zeit, um bei einer Höchstgeschwindigkeit von unter 25 Stundenkilometern mit Muße die vorbeiziehenden Landschaften und Dörfer zu betrachten. Und genug Gelegenheit, um ab und an für eine Erkundungstour von Bord des Flusskreuzfahrt schiffes zu gehen.

Von den 190 Passagieren, die Kapitän Petro mit launigen Worten begrüßt hat, bleiben die meisten auf dem Oberdeck. Die grüne Ufer- Landschaft - links Deutschland, rechts Österreich - strahlt Ruhe und Frieden aus. Doch schon bald wird es wieder aufregend. Bei Strom - Kilometer 2203 wartet mit dem Laufwasser-Kraftwerk Jochenstein die erste Schleuse. Für Flusskreuzfahrt - Novizen ein echtes Abenteuer: Gerade eine Handbreit Platz bleibt an beiden Seiten, wenn das Schiff in die Schleusenkammer einfährt.

Wenige Kilometer stromabwärts zeigt die Donau, dass sie nich nur gerade fließen kann. Die Schlögener Schlinge windet sich zweimal mit fast 180 Grad durch die Ausläufer des böhmischen Massivs. An Deck werden erste Kontakte geknüpft. Barkeeper Andreas serviert Sekt. Die Kaisers aus Hamburg und das Ehepaar Leopold aus dem Rheinland stoßen darauf an, dass der Zufall sie wieder zusammengeführt hat. Sie Waren sich vor zwei Jahren auf deiner Rhone - Kreuzfahrt begegnet.

Langsam lässt die Dunkelheit die Konturen am Ufer verschwimmen. Das Abendessen ruft. Die nächste Schleuse bei Aschach verliert das Duell um die Aufmerksamkeit der Passagiere gegen das üppige Buffet im verglasten Bordrestaurant. Nur ein paar versierte Flusskreuzfahrer balancieren ihr Dessert an Deck un löffeln Tiramisu, während die Lichter von Linz vorüber gleiten. Die drittgrößte Stadt Österreichs wird selten im Rahmen einer Flusskreuzfahrt angesteuert - sie gilt als wenig attraktiv. Gerecht ist das nicht. Schließlich hat Adalbert Stifter in der Kulturhauptstadt 2009 gedichtet und Schauspielerin Gerlinde Locker am Stadttheater ihre ersten Erfolge gefeiert.

Am nächsten Tag lohnt es sich, früh aufzustehen. Oder zumindest die Gardinen zu öffnen - zum Blick auf das majestätische Stift Melk. Nur aus der Schiffsperspektive, so heißt es, entfaltet sich die ganze Schönheit des Barockklosters, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die malerische Wachau zieht langsam vorüber. Nicht mal ein Brückenpfeiler, trübt auf den nächsten 33 Stromkilometern den Blick auf liebliche Weinterrassen und Marillengärten, auf stolze Graureiher am Ufer und Dörfer, deren Schornsteine mit Storchennestern gekrönt sind - oder historische Burgen und Klöster, die Geschichte erzählen.

Auch schon munter: die Ehepaare Kaiser und Leopold. Sie frühstück an Deck, und Herr Leipold, als Buchhändler sehr belesen, bereichtet über die Gegend. Finstere Sagen ranken sich etwa um die Ruine der Burg Aggstein. Dort soll einst Hadmar III. von Keunring eine eiserne Kette über die Donau gespannt und Schiffe gekapert haben. Seine Gefangenen sperrte er auf einen Balkon ohne Brüstung, wo es nur zwei Auswege gab: verhungern oder in den Tod springen.

Die nächste Attraktion ist von eher lieblichem Reiz: Stift Dürnberg mit der romantischen Stiftskirche. Der weiß-blaue Kirchturm wird als "Fingerzeit Gottes" bezeichnet, weil er zum mittelalterlichen Burg oberhalb des Kloster weist, hinter deren dicken Mauern Richard Löwenherz von Dezember 1192 bis März 1193 gefangen gehalten wurde. Am Ausgang der Wachau grüßt Krems-Stein und landeinwärts, rechtsseitig über den Donauauen, thront weiterhin sichtbar das Benediktinerstift Göttweig.

Rund 70 Flusskilometer sind es nun noch bis Wien. Zeit zum Mittagessen und für die Siesta im Liegestuhl. Und immer ist der aufmerksame Steward da, der den Eindruck erweckt, er könne alle Wünsche erfüllen. Der den Kaffee bringt und sich schon beim Frühstück gemerkt hat, wer ihn mit Milch, mit Zucker oder schwarz trinkt. Der eine Decke holt, wenn es zu kühl ist Und der erklärt, dass beim Passieren niedriger Brücken das ganze Mobiliar an deck zusammengeklappt und sogar das Ruderhaus versenkt wird.

Stadtrundfahrt "Ein Spaziergang auf den Spuren des Walzerkönigs Johann Strauss". Eine geführte Fahrrad-Tour Kaum einer bleibt in Wien an Bord. Die meisten haben einen Ausflug gebucht. Andere gehen allein auf Entdeckungstour. Zwar liegt der Hafen ein paar Kilometer von der Innenstadt entfernt, aber mit der Straßenbahn ist es ein Katzensprung. Beim Abendessen fühlen sich die Passagiere auf dem Schiff zu Hause. Man kennt sich, man tauscht von Tisch zu Tisch die Erlebnisse des Tages aus. Langsam gleitet das Schiff unter hell erleuchteten Donaubrücken aus der Stadt. Der Himmel ist sternenklar.

Nächster Tag, nächstes Highlight: Budapest, das "Paris des Ostens", ist heute Ziel. Der Weg dorthin führt vorbei an der prächtigen Basilika, für die Franz Liszt 1856 die Eröffnungsmesse schrieb. Jetzt noch durchs Donauknie, einer der schönsten Landschaften Ungarns. Dort mach der Storm einen scharfen Knick nach Süden. Gerade so, als hätte er sich kurzfristig zu einem Abstecher nach Budapest entschlossen.

Dann ist es so weit. Vorbei an der Margareteninsel mitten im Strom fährt das Schiff in Budapest ein, der schönsten aller Donau -Metropolen, die auch so unterschiedliche Künstlerlcharaktere wie den Nobelpreisträger Imre Kertész, den "Casablanca" - Regisseur Michael Curtiz und die vielverheiratete Zsa Zsa Gabor hervorbrachte.

Backbord, im Stadtteil Buda, glitzert golden die Fassade des Parlamentsgebäudes. Steuerbord, im Stadtteil Pest, thront hoch oben über dem Ufer die Fischerbastei. Nach einer Kehrtwendung erreicht das Schiff seinen Liegeplatz zwischen Kettenbrücke und Elisabethbrücke. Perfekt: Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Burgberg und Burgpalast, das Jugendstil-Thermalbad Gellert, die Große Markthalle, das berühmte Café Gerbeaud.

Das hochgerühmte Nachtleben der Stadt muss bis zum nächsten Mal warten. Die Flusskreuzfahrt auf der Donau geht schon am Abend wieder ab. Es geht zurück - Die Donau aufwärts. Zum Trost wird im Bord-Restaurant ein ungarisches Buffet geboten. Und ein Stehgeier fiedelt Csárdás - Melodien in Moll und Dur.

Von Esztergom bis Bratislava markiert der Fluss die Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei. Am Zusammenfluss von Waag und Donau teilt sich sogar eine Stadt. An der nördlichen Uferseite liegt das schmucke slowakische Komárno, gegenüber die ungarische Industriestadt Kamárom. Bis 1920 gehörte die Geburtsstadt des Komponisten Franz Lehár komplett zu Ungarn. Mittags legt Kapitän Petro in Bratislava an, seit 1993 Hauptstadt der Slowakei. "Die historische Altstadt mit der heiteren, jungen Atmosphären war für mich die größte Überraschung dieser Reise", erzählt eine pensionierte Lehrerin nach dem Stadtbummel durch die frühere ungarische Krönungsstadt - und Heimat des jugendlichen Bela Bartok.

Der nächste Tag ist der letzte der Flusskreuzfahrt auf der Donau - ein Flusstag ohne Landhänge. Ideal, um noch einmal die oft zitierte "Entscheidung" zu genießen. Auf der Fahrt durch die Wachau entdecken sogar die, die auf der Hinreise genau hingesehen haben, neue Lieblingsmotive. An Bord herrscht Abschiedsstimmung. Pläne werden geschmiedet. In Passau vielleicht zu Kabarettist Bruno Jonas ins "Scharfrichterhaus"? Der letzte gemeinsame Kaffee, das letzte Abendessen. Das letzte Glas Wein an Deck. Der Mond spiegelt sich auf den Donauwellen. Und plötzlich, man glaubt es kaum, sieht die Donau tatsächlich ein bisschen blau aus. Dunkelblau. Vielleicht ist der Walzer-Titel ja in einer Vollmondnacht entstanden.

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